Märklin C-Gleis oder K-Gleis?
Wer eine Märklin-Anlage in Spur H0 plant, landet früher oder später bei einer der wichtigsten Systemfragen: Soll die Strecke mit dem C-Gleis oder mit dem K-Gleis gebaut werden? Beide Gleissysteme sind für das Märklin-Dreileiterprinzip ausgelegt, beide eignen sich für den digitalen und analogen Betrieb und beide können auf einer dauerhaft aufgebauten Anlage zuverlässig funktionieren. Trotzdem führen sie zu einem deutlich unterschiedlichen Bauerlebnis und zu einer anderen optischen Wirkung.
Das C-Gleis ist robust, schnell zusammengesteckt und besitzt bereits einen hohen Kunststoffbettungskörper. Es eignet sich hervorragend für Einsteiger, Teppichbahner, Testaufbauten und Anlagen, die ohne großen Aufwand betriebsbereit sein sollen. Das K-Gleis wirkt filigraner, bietet Flexgleise und lässt sich wesentlich freier in einen individuell gestalteten Oberbau integrieren. Dafür verlangt es mehr Planung, sorgfältigere Verlegung und einen eigenen Unterbau mit Schotterbett.
Eine pauschale Antwort nach dem Muster „C-Gleis ist für Anfänger und K-Gleis für Profis“ greift zu kurz. Viele erfahrene Modellbahner bauen bewusst mit dem C-Gleis, weil ihnen Betriebssicherheit und schneller Aufbau wichtiger sind als eine möglichst zierliche Gleisoptik. Umgekehrt kann auch ein Einsteiger mit dem K-Gleis sehr gute Ergebnisse erzielen, wenn die Anlage dauerhaft aufgebaut wird und er bereit ist, mehr Zeit in Trasse, Verkabelung und Einschotterung zu investieren.

Die Grundidee hinter beiden Märklin-Gleissystemen
Märklin verwendet in H0 traditionell das Mittelleitersystem. Der elektrische Rückleiter liegt auf den beiden Schienenprofilen, während die Stromzuführung über Punktkontakte in der Gleismitte erfolgt. Ein Schleifer unter der Lok nimmt den Strom von diesen Punktkontakten auf. Dadurch unterscheidet sich das System technisch von klassischen Zweileitergleisen, bei denen beide Schienen elektrisch voneinander getrennt sind.
Sowohl das C-Gleis als auch das K-Gleis setzen dieses Prinzip um. Der Unterschied liegt nicht in der grundsätzlichen Stromversorgung, sondern in der Konstruktion des Gleiskörpers. Beim C-Gleis sind Schienen, Punktkontakte, Schwellen und Bettung zu einem stabilen Bauteil verbunden. Beim K-Gleis bilden Schienen, Schwellen und Mittelleiter eine wesentlich flachere Einheit, die erst durch den Anlagenbauer eine passende Bettung erhält.
Video: C-Gleis und K-Gleis im direkten Vergleich
Das Video ergänzt den Beitrag sinnvoll, weil sich Unterschiede bei Höhe, Optik, Geräuschentwicklung und Handhabung in bewegten Bildern leichter erkennen lassen. Für die endgültige Entscheidung sollte man beide Gleise nach Möglichkeit zusätzlich selbst in die Hand nehmen. Schon beim Zusammenstecken und beim Betrachten aus niedriger Anlagenperspektive wird meist deutlich, welches System besser zum eigenen Anspruch passt.
Das Märklin C-Gleis im Detail
Das C-Gleis wurde als modernes, besonders anwenderfreundliches Gleissystem entwickelt. Sein auffälligstes Merkmal ist die integrierte Bettung aus Kunststoff. Die Böschung ist bereits geformt, die Schwellen liegen auf einer stabilen Basis und die elektrischen Verbindungen werden beim Zusammenstecken der Gleise automatisch hergestellt. Das System ist deshalb schnell aufgebaut und kann ebenso schnell wieder verändert werden.
Für Einsteiger ist das ein großer Vorteil. Ein Startset lässt sich auf einem Tisch oder auf dem Fußboden aufbauen, erweitern und wieder verstauen. Wer noch keinen endgültigen Gleisplan besitzt, kann verschiedene Varianten ausprobieren, ohne Gleise festzukleben oder Schotter wieder entfernen zu müssen. Auch für den Probebetrieb vor dem dauerhaften Anlagenbau ist das C-Gleis ausgesprochen praktisch.
Die stabile Konstruktion macht das Gleis vergleichsweise unempfindlich. Schienenverbinder, Mittelleiterkontakte und mechanische Rastverbindungen sitzen geschützt im Bettungskörper. Werden die Gleise sauber zusammengesteckt, entsteht in der Regel eine zuverlässige elektrische Verbindung. Zusätzliche Einspeisungen sind auf größeren Anlagen trotzdem sinnvoll, doch bei kleineren Aufbauten funktioniert das System oft bereits mit wenigen Anschlusspunkten sehr zuverlässig.
Die integrierte Bettung ist zugleich die größte Einschränkung. Das Gleis besitzt eine festgelegte Höhe, eine vorgeformte Böschung und eine charakteristische Kunststoffoptik. Man kann das C-Gleis farblich behandeln, seitlich einschottern und in die Landschaft integrieren. Vollständig unsichtbar wird sein massiver Gleiskörper jedoch nicht. Wer ein sehr filigranes, vorbildnahes Gleisbett anstrebt, muss beim C-Gleis mehr gestalterischen Aufwand betreiben und akzeptieren, dass die Grundform bestehen bleibt.
Das Märklin K-Gleis im Detail
Das K-Gleis ist deutlich flacher und wirkt auf den ersten Blick eher wie ein klassisches Modellgleis ohne Bettung. Der Anlagenbauer bestimmt selbst, auf welcher Trasse es liegt, wie hoch der Bahndamm wird und welchen Schotter er verwendet. Dadurch lässt sich das Gleis wesentlich individueller in eine Landschaft integrieren.
Besonders wichtig ist das verfügbare Flexgleis. Damit können sanfte Bögen und individuelle Radien entstehen, die nicht streng an die Geometrie vorgefertigter Gleisstücke gebunden sind. Auf sichtbaren Strecken lassen sich so großzügige Kurven, leicht geschwungene Bahnhofsgleise und organischere Gleisverläufe bauen. Gerade bei einer Anlage entlang der Wand oder in einem größeren Raum kann das optisch einen erheblichen Unterschied machen.
Die Freiheit hat ihren Preis. Flexgleise müssen sauber gebogen, abgelängt und befestigt werden. Schienenprofile können beim Schneiden verrutschen, Übergänge müssen exakt ausgerichtet sein und der Mittelleiter darf nicht beschädigt werden. Auch das Einschottern verlangt Sorgfalt, damit keine Weichenteile verkleben und der Schotter nicht zu hoch an den Punktkontakten liegt.
Das K-Gleis eignet sich deshalb besonders für dauerhaft aufgebaute Anlagen. Für häufig wechselnde Teppichbahnen oder spontane Testaufbauten ist es weniger komfortabel. Es kann zwar lose verlegt werden, spielt seine Stärken aber erst aus, wenn es auf einer sauber vorbereiteten Trasse befestigt und landschaftlich eingebettet wird.
C-Gleis und K-Gleis im direkten Vergleich
| Kriterium | Märklin C-Gleis | Märklin K-Gleis |
|---|---|---|
| Aufbau | Sehr schnell zusammengesteckt, ohne festen Unterbau nutzbar | Benötigt eine vorbereitete Trasse und sorgfältige Befestigung |
| Bettung | Integrierte Kunststoffbettung | Keine integrierte Bettung, freie Gestaltung möglich |
| Optik | Robust und sauber, aber relativ massiv | Flacher und leichter vorbildnah zu gestalten |
| Flexgleis | Nicht im klassischen Sinn vorhanden | Flexgleis für freie Radien und Gleisverläufe verfügbar |
| Betriebssicherheit | Bei korrekt gesteckten Verbindungen meist sehr hoch | Sehr zuverlässig bei sauberer Verlegung und guter Einspeisung |
| Umbauten | Gleisplan lässt sich relativ leicht verändern | Nach Befestigung und Einschotterung deutlich aufwendiger |
| Geräusch | Der hohle Bettungskörper kann Fahrgeräusche verstärken | Stark vom Unterbau und der Schalldämmung abhängig |
| Weichenantriebe | Einfach im Bettungskörper integrierbar | Unterflur- oder sichtbare Antriebe mit mehr Gestaltungsfreiheit |
| Teppichbahn | Sehr gut geeignet | Nur eingeschränkt praktisch |
| Daueranlage | Gut geeignet, besonders bei funktionalem Schwerpunkt | Sehr gut geeignet, besonders bei optischem Anspruch |
Welche Optik wirkt vorbildnäher?
In der reinen Ausgangsform wirkt das K-Gleis filigraner. Die niedrige Bauhöhe und die Möglichkeit, Schotterform und Böschung selbst zu gestalten, ermöglichen ein glaubwürdigeres Erscheinungsbild. Übergänge zu Bahnsteigen, Ladestraßen oder Industrieflächen lassen sich individueller anlegen. Auch unterschiedliche Schotterfarben und Gleiszustände können leichter dargestellt werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine C-Gleis-Anlage automatisch spielzeughaft aussehen muss. Die seitlichen Kunststoffflächen lassen sich farblich behandeln, mit feinem Schotter ergänzen und durch Vegetation kaschieren. Schienenprofile und Punktkontakte können vorsichtig gealtert werden. Besonders auf einer modernen oder gepflegten Hauptstrecke kann ein sauber integriertes C-Gleis durchaus überzeugend wirken.
Entscheidend ist die gesamte Gestaltung. Ein perfekt eingeschottertes K-Gleis wirkt wenig realistisch, wenn Gebäude, Signale und Landschaft beliebig angeordnet sind. Umgekehrt kann eine sorgfältig geplante C-Gleis-Anlage durch stimmige Radien, glaubwürdige Zugbildung und eine ruhige Landschaftsgestaltung sehr authentisch erscheinen.
Kurvenradien und Gleisgeometrie
Das C-Gleis arbeitet stark mit einer festen Geometrie. Standardisierte Radien, Geraden und Weichen lassen sich gut miteinander kombinieren. Das erleichtert die Planung und verhindert viele Anschlussprobleme. Für kompakte Anlagen ist diese klare Geometrie hilfreich, weil sich Gleispläne relativ genau berechnen und aufbauen lassen.
Die Kehrseite zeigt sich bei individuellen Gleisverläufen. Eine Strecke, die leicht geschwungen durch die Landschaft führen soll, muss aus verschiedenen Standardradien zusammengesetzt werden. Das kann funktionieren, wirkt aber weniger weich als ein sauber verlegtes Flexgleis.
Beim K-Gleis erlaubt das Flexgleis fließende Übergangsbögen. Ein Zug fährt dadurch nicht abrupt von einer Geraden in einen festen Radius. Gerade bei langen Personenwagen verbessert das die optische Wirkung deutlich. Allerdings benötigt ein sauberer Übergangsbogen Platz und Erfahrung. Ein schlecht verlegtes Flexgleis kann mehr Betriebsprobleme verursachen als ein korrekt zusammengestecktes C-Gleis.
Weichen: Komfort gegen Gestaltungsfreiheit
C-Gleis-Weichen lassen sich schnell einbauen. Antrieb und Decoder können je nach Ausführung im Bettungskörper untergebracht werden. Dadurch bleiben auf der Anlagenoberfläche kaum sichtbare Kabel oder Mechaniken. Für Einsteiger und für einen sauberen Aufbau ohne aufwendige Unterflurtechnik ist das sehr angenehm.
Beim K-Gleis stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Antriebe können seitlich montiert oder unter der Anlage verborgen werden. Unterflurantriebe ermöglichen eine besonders unauffällige Optik, verlangen aber eine präzise Mechanik und gute Zugänglichkeit von unten. Wer später an einen defekten Antrieb herankommen muss, wird eine Wartungsöffnung oder eine abnehmbare Trasse zu schätzen wissen.
Beim Einschottern ist bei beiden Systemen Vorsicht nötig. Beim C-Gleis sollten bewegliche Bereiche und die Mechanik nicht durch seitlich eingebrachten Schotter blockiert werden. Beim K-Gleis können Schotter und Leim direkt an Stellschwelle und Weichenzungen gelangen. Hier ist abschnittsweises, sparsames Arbeiten besonders wichtig.
Elektrik und Einspeisungen
Das C-Gleis bietet komfortable Anschlussmöglichkeiten unter dem Gleiskörper. Einspeisungen können relativ unauffällig gesetzt werden. Die Steckverbindungen zwischen den Gleisen übertragen Strom und Masse, sollten aber auf einer größeren Anlage nicht als einzige langfristige Versorgung betrachtet werden. Eine Ringleitung mit regelmäßigen Einspeisungen sorgt für stabilere Spannung.
Beim K-Gleis wird die elektrische Verbindung stärker durch Schienenverbinder und zusätzliche Anschlussleitungen bestimmt. Werden Gleise gekürzt oder Flexgleise verwendet, müssen Anschlüsse sauber geplant werden. Gelötete Einspeisungen können eine sehr zuverlässige Versorgung schaffen, erfordern aber mehr handwerklichen Aufwand.
Digitalbetrieb stellt hohe Anforderungen an saubere Kontakte. Kurze Unterbrechungen können Soundaussetzer, flackerndes Licht oder Decoder-Neustarts verursachen. Unabhängig vom Gleissystem ist deshalb eine solide elektrische Planung wichtiger als die theoretische Leitfähigkeit eines einzelnen Gleisstücks.
Geräuschentwicklung und Unterbau
Das C-Gleis kann aufgrund seines hohlen Kunststoffkörpers Fahrgeräusche verstärken. Wird es direkt auf eine harte Holzplatte geschraubt, überträgt sich der Schall zusätzlich auf den gesamten Unterbau. Das Ergebnis kann deutlich lauter sein als erwartet.
Eine elastische Zwischenlage und eine nicht zu starre Befestigung helfen. Schrauben sollten Gleis und Dämmung nicht so fest zusammenpressen, dass eine direkte Schallbrücke entsteht. Auch seitlicher Schotter kann den Klang verändern.
Beim K-Gleis hängt die Geräuschentwicklung stark von Trasse und Bettung ab. Kork, Schaumstoff oder andere Dämmmaterialien können den Körperschall reduzieren. Wird das Gleis anschließend mit hartem Leim und Schotter vollständig mit der Holzplatte verbunden, kann ein Teil der Dämmwirkung jedoch wieder verloren gehen. Eine durchdachte Bauweise ist daher wichtiger als die bloße Wahl zwischen C und K.
Wie gut lassen sich Änderungen vornehmen?
Hier liegt eine der größten Stärken des C-Gleises. Ein Bahnhof kann umgebaut, eine Weiche versetzt oder ein zusätzlicher Abzweig eingefügt werden, ohne den gesamten Oberbau zerstören zu müssen. Das ist besonders wertvoll, wenn das Betriebskonzept noch nicht endgültig feststeht.
Ein eingeschottertes K-Gleis ist wesentlich dauerhafter. Änderungen bedeuten häufig, Schotter anzufeuchten, Gleise vorsichtig zu lösen und Teile der Landschaft neu aufzubauen. Deshalb sollte der Gleisplan vor der endgültigen Befestigung intensiv getestet werden. Ein provisorischer Aufbau mit mehreren Fahrabenden ist sehr empfehlenswert.

Für welche Anlagen eignet sich das C-Gleis besonders?
Das C-Gleis passt hervorragend zu Einsteigeranlagen, Teppichbahnen und Anlagen, die später noch verändert werden sollen. Auch bei versteckten Strecken und Schattenbahnhöfen kann seine Robustheit ein großer Vorteil sein. Wer hauptsächlich zuverlässig fahren und weniger Zeit in den individuellen Gleisbau investieren möchte, erhält ein sehr komfortables System.
Auf kompakten Anlagen hilft die feste Geometrie, Gleispläne kontrollierbar zu halten. Digitale Weichenantriebe lassen sich sauber integrieren, und eine Anlage kann schrittweise wachsen. Für Familien, Kinder oder Modellbahner, die ihre Strecke gelegentlich abbauen müssen, ist das C-Gleis meist die praktischere Wahl.
Für welche Anlagen eignet sich das K-Gleis besonders?
Das K-Gleis spielt seine Stärken auf dauerhaften Anlagen mit hohem gestalterischem Anspruch aus. Große sichtbare Radien, Flexgleise, individuell geformte Bahndämme und filigrane Gleisbereiche sprechen für dieses System. Wer gern selbst baut, schottert, altert und Weichenantriebe unterflur montiert, erhält deutlich mehr Freiheit.
Auch für Bahnhöfe mit leicht gebogenen Gleisen oder lange Strecken entlang der Wand ist das Flexgleis ein starkes Argument. Das K-Gleis verlangt mehr Arbeit, belohnt diese aber mit einer individuelleren Optik.
Kann man C-Gleis und K-Gleis kombinieren?
Ja, beide Systeme lassen sich auf einer Anlage miteinander verbinden. Übergangsgleise oder sauber angepasste Übergänge ermöglichen beispielsweise C-Gleis im Schattenbahnhof und K-Gleis im sichtbaren Bereich. Dieses Mischkonzept ist durchaus sinnvoll: Das robuste C-Gleis übernimmt schwer erreichbare oder häufig veränderte Abschnitte, während das K-Gleis dort eingesetzt wird, wo die Optik besonders wichtig ist.
Dabei müssen Höhe und Trassenlage exakt angepasst werden. Das C-Gleis besitzt durch seine Bettung eine größere Bauhöhe. Der K-Gleis-Abschnitt benötigt deshalb einen entsprechend höheren Unterbau oder einen sanften Übergang. Eine abrupte Stufe kann Kupplungen belasten und zu Entgleisungen führen.
Kosten: Welches System ist wirklich günstiger?
Ein reiner Vergleich der Stückpreise erzählt nur einen Teil der Geschichte. Beim C-Gleis ist die Bettung bereits enthalten. Beim K-Gleis kommen Materialien für Trasse, Dämmung, Schotter und Kleber hinzu. Auch Unterflurantriebe und zusätzlicher Verkabelungsaufwand können die Gesamtkosten erhöhen.
Dafür muss eine C-Gleis-Anlage eventuell mit zusätzlichem Schotter, Farbe und Vegetation optisch angepasst werden. Wer häufig umbaut, kann das C-Gleis mehrfach verwenden. Ein fest eingeschottertes K-Gleis lässt sich deutlich schwerer ohne Beschädigung zurückbauen.
Die wirtschaftlichere Wahl hängt daher vom Projekt ab. Für eine schnell betriebsbereite Anlage ist das C-Gleis häufig günstiger, wenn Arbeitszeit und Zusatzmaterial berücksichtigt werden. Für eine dauerhaft hochwertige Anlage kann der höhere Aufwand des K-Gleises gerechtfertigt sein.
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Typische Fehlentscheidungen
Der häufigste Fehler ist, ausschließlich nach der Optik eines einzelnen Gleisstücks zu entscheiden. Ein Gleissystem muss zum gesamten Baukonzept passen. Wer seine Anlage häufig verändert, wird mit fest eingeschottertem Flexgleis möglicherweise unglücklich. Wer eine vorbildnahe Paradestrecke bauen möchte, könnte die starre Geometrie des C-Gleises später als Einschränkung empfinden.
Ebenso problematisch ist es, eine große Menge Gleise zu kaufen, bevor ein belastbarer Gleisplan und ein realistisches Betriebskonzept vorhanden sind. Besonders Weichen, Kreuzungen und Spezialgleise binden schnell viel Geld. Ein kleiner Testaufbau zeigt, ob Geräusch, Handhabung und Optik den eigenen Erwartungen entsprechen.
Meine praktische Entscheidungshilfe
Nimm das C-Gleis, wenn du schnell fahren möchtest, eine robuste Verbindung bevorzugst, den Gleisplan noch verändern willst oder eine Teppichbahn beziehungsweise kompakte Einsteigeranlage baust. Es ist außerdem sinnvoll für schwer erreichbare Schattenbahnhöfe und für Anlagen, bei denen zuverlässiger Betrieb wichtiger ist als ein vollständig individueller Oberbau.
Nimm das K-Gleis, wenn die Anlage dauerhaft aufgebaut wird, du sichtbare Strecken besonders vorbildnah gestalten möchtest und Flexgleise oder Unterflurantriebe einsetzen willst. Du solltest bereit sein, mehr Zeit in Trasse, Schotterung, Elektrik und Probebetrieb zu investieren.
Kombiniere beide Systeme, wenn du die jeweiligen Stärken gezielt nutzen möchtest. Eine Mischanlage ist kein fauler Kompromiss, sondern kann technisch und gestalterisch ausgesprochen sinnvoll sein.
Fazit: C-Gleis oder K-Gleis?
Das C-Gleis gewinnt beim unkomplizierten Aufbau, bei der Robustheit und bei späteren Änderungen. Es ist nicht nur ein Gleis für Anfänger, sondern ein durchdachtes System für Modellbahner, die schnell zu einem zuverlässigen Fahrbetrieb kommen möchten.
Das K-Gleis gewinnt bei der gestalterischen Freiheit. Flexgleise, eine individuell aufgebaute Bettung und die geringere Bauhöhe ermöglichen eine besonders vorbildnahe Wirkung. Dafür verlangt das System mehr Planung, handwerkliche Sorgfalt und dauerhafte Entscheidungen.
Für die typische erste Märklin-Anlage ist das C-Gleis meist die vernünftigere Wahl. Für eine langfristig geplante Anlage mit großzügigen sichtbaren Strecken und hohem gestalterischem Anspruch bietet das K-Gleis mehr Möglichkeiten. Entscheidend ist nicht, welches System grundsätzlich besser ist, sondern welches zu deinem Raum, deinem Betriebskonzept und deiner Freude am Anlagenbau passt.
Häufig gestellte Fragen
Ist das Märklin K-Gleis betriebssicherer als das C-Gleis?
Beide Systeme können sehr betriebssicher sein. Das C-Gleis ist durch seine stabilen Steckverbindungen besonders unkompliziert. Beim K-Gleis hängt die Zuverlässigkeit stärker von sauberer Verlegung, guten Übergängen und ausreichenden Einspeisungen ab.
Kann man das C-Gleis zusätzlich einschottern?
Ja. Seitlich und teilweise zwischen den vorhandenen Strukturen kann zusätzlicher Schotter eingebracht werden. Bewegliche Weichenteile und Punktkontakte müssen frei bleiben. Farbe und Vegetation helfen, die Kunststoffbettung optisch in die Landschaft einzubinden.
Gibt es beim C-Gleis ein Flexgleis?
Ein klassisches Flexgleis wie beim K-Gleis gehört nicht zum normalen C-Gleis-System. Freie Bögen werden daher aus den verfügbaren Radien und Gleisstücken zusammengesetzt.
Welches Gleis eignet sich besser für einen Schattenbahnhof?
Häufig wird dort das C-Gleis bevorzugt, weil es robust, schnell verlegt und relativ leicht veränderbar ist. Ein sauber verlegtes K-Gleis funktioniert ebenfalls, sollte in verdeckten Bereichen aber besonders gut zugänglich bleiben.
Kann man K-Gleis-Weichen digital schalten?
Ja. Die Weichen können mit geeigneten Antrieben und Decodern digital gesteuert werden. Je nach gewünschter Optik kommen seitliche oder unter der Anlage montierte Antriebe infrage.
Welches Gleis ist leiser?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Das C-Gleis kann durch seinen hohlen Bettungskörper lauter wirken. Beim K-Gleis bestimmen Unterbau, Dämmung, Befestigung und Schotterkleber die Geräuschentwicklung maßgeblich.
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